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Saar-Arbeitsmarkt: Trendwende zeichnet sich ab

02.11.2022

Der abermalige Rückgang der Arbeitslosigkeit im Oktober entspricht zwar dem üblichen jahreszeitlichen Verlauf, doch wie schon bereits im Vormonat liegt der Rückgang erneut unter dem langjährigen Durchschnitt. Aktuell sind hierzulande 33.664 Personen arbeitslos. Das sind 357 Arbeitslose weniger als im September und knapp 100 mehr als im Oktober 2021. Die Zahl der Arbeitslosen liegt damit nach einer längeren Erholungsphase erstmals wieder über dem Vorjahreswert. Dies war zuletzt im April 2021 der Fall. Auch im Vergleich zum Vor-Corona-Niveau vom Oktober 2019 mit damals 33.260 Arbeitslosen zeigen sich damit erste Anzeichen einer Trendwende in der Arbeitsmarktentwicklung. Gegenwärtig liegt die Arbeitslosenquote an der Saar bei 6,4 Prozent. Im Oktober 2021 betrug sie 6,3 Prozent und im Vor-Corona-Oktober 2019 nur 6,2 Prozent. Auch im Bund ist die Arbeitslosigkeit gesunken. Die Quote verringerte sich auf 5,3 Prozent und liegt jetzt geringfügig über der Quote des Vorjahres (Oktober 2021: 5,2 Prozent).

Im Ranking der Bundesländer zeigt sich weiterhin die relative Schwäche des Saar-Arbeitsmarktes. Nur sechs Länder weisen eine höhere Arbeitslosenquote auf als das Saarland. Ein Blick auf den Spitzenreiter Bayern mit seiner Quote von 3,1 Prozent belegt, wie groß der Rückstand inzwischen ist. Schlusslicht im Ländervergleich ist weiterhin Bremen mit 10,3 Prozent.

In den einzelnen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes verlief die Entwicklung erneut uneinheitlich. So sank die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen im Saarland von fünf auf 4,7 Prozent und im Bund von 4,9 auf 4,5 Prozent. Die Quote der 55 bis unter 65-Jährigen verringerte sich im Saarland noch leicht von 6,3 auf 6,2 Prozent. Im Bund dagegen verharrte sie bei 5,6 Prozent. Die Ausländerarbeitslosigkeit erhöhte sich hierzulande entgegen dem allgemeinen Trend von 20,1 auf 20,4 Prozent. Im Bund hingegen sank sie von 15,1 auf 14,8 Prozent. Insgesamt hinkt das Saarland damit dem Bund wieder in allen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes mehr oder weniger deutlich hinterher.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten an der Saar erhöhte sich im August 2022 (neuere Daten liegen noch nicht vor) um rund 3.100 Personen gegenüber dem Vormonat. Das entspricht durchaus dem üblichen jahreszeitlichen Verlauf. Das aktuelle Beschäftigungsniveau liegt aber mit 392.300 Stellen trotzdem erheblich unter dem Vor-Corona-Niveau (August 2019: 394.891). Und auch im Vergleich zum August 2021 hat sich der Erholungskurs der Beschäftigung mit einem Plus von 423 Stellen deutlich abgeschwächt. Das ergibt für das Saarland aufs Jahr gesehen nur noch ein mageres Plus von 0,1 Prozent und damit den letzten Platz im Länderranking. Der Bundesdurchschnitt liegt bei +1,7 Prozent.

„Trotz der insgesamt noch robusten Lage auf dem saarländischen Arbeitsmarkt mehren sich die Anzeichen einer Trendwende. Dafür sprechen drei Faktoren: Erstens der unterdurchschnittliche Rückgang der Arbeitslosigkeit im Oktober, zweitens die im Vergleich zum Vorjahr leicht höhere Arbeitslosigkeit und drittens die sinkende Arbeitskräftenachfrage. In den kommenden Monaten dürften sich insbesondere die Energiekrise und die auf breiter Front steigenden Preise als belastend erweisen. Da viele Unternehmen für die Wintermonate mit einer Rezession rechnen und ihre Kosten in den Griff bekommen müssen, ist ungeachtet des Arbeitskräftemangels vorerst nicht mit der Fortsetzung der bisherigen Beschäftigungsdynamik zu rechnen. Um den Abwärtstrend nicht noch zu verstärken, muss die Politik jetzt die Angebotsseite stärken und alles unterlassen, was Investitionen, Wachstum und Beschäftigung erschwert.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé die heute (2. November) von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.


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